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26.09.2008 - Erfolgreiches Arbeitstreffen des Verbundprojektes 2 des Forschungsverbundes Agrar- und Ernährungswissen- schaften Niedersachsen (FAEN)

Am 22. Oktober 2007 hat das dritte Arbeitstreffen der Wissenschaftler des FAEN-Verbundprojektes 2 „Nachhaltige Produktion tierischer Nahrungs-
mittel in Hochverdichtungsräumen der Nutztierhaltung in Niedersachsen“ an der Universität Göttingen stattgefunden.

Die wichtigsten Ergebnisse aus den Teilprojekten
Im diesem Rahmen wurden die Ergebnisse des ersten Jahres der Projektarbeit aus den verschiedenen Teilprojekten vorgestellt, die im Folgenden zusammengefasst werden.

Teilprojekt 1
Teilprojekt 2
Teilprojekt 3
Teilprojekt 4
Teilprojekt 5
Teilprojekt 6
Teilprojekt 7
Teilprojekt 8
Teilprojekt 9

Clusterbildung stärkt Vernetzung der Teilprojekte

Teilprojekt 1:
„Zukunftsfähige Kettenorganisation in räumlichen Verbundsystemen: Qualitätssicherung und Transparenz im „nordwestdeutschen Modell“
(Prof. Dr. Ludwig Theuvsen und M. Sc. Mark Deimel, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Universität Göttingen)
Im Teilprojekt 1 erfolgte eine Analyse der Einflussgrößen auf die Trans-
parenz in Wertschöpfungsketten sowie organisatorischer und technischer Möglichkeiten zur Verbesserung der Transparenz. Neue Anforderungen an den stufenübergreifenden Informationsaustausch wurden zusammen-
gefasst und Konsequenzen für die Kettenorganisation identifiziert.
In diesem Rahmen erfolgte eine Analyse der Anforderungen an den stufenübergreifenden Informationsfluss. Dazu wurde eine Aktualisierung der Darstellung der rechtlichen Anforderungen an den stufenübergreifen-
den Informationsaustausch vorgenommen. Hierbei wurden die Schweine-Salmonellen-Verordnung vom März 2007 sowie die nationale Durchführungsverordnung zum Hygienerecht vom August 2007 neu mit-
einbezogen.
Darüber hinaus wurden die Einflussgrößen auf die Transparenz von Wertschöpfungsketten analysiert.
Sodann erfolgte die Entwicklung eines Modells zur Messung von Trans-
parenz in den Wertschöpfungsketten des Agribusiness. Dieses Messkon-
strukt wurde anschließend in einem standardisierten Fragebogen opera-
tionalisiert. Nach einer Vorbereitungs- und Organisationszeit erfolgte der Beginn der Befragung landwirtschaftlicher Betriebe.

Teilprojekt 2:
„Wettbewerbsfähige Betriebsgrößen und Organisationsformen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung tierischer Nahrungsmittel“
(Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst und Aline Veauthier M.A., ISPA, Hochschule Vechta)
Im Laufe des ersten Projektjahres wurde eine Analyse der Betriebs-
größenstrukturen in Niedersachsen, anderen Bundesländern und den wichtigsten Wettbewerbsländern der EU sowie in Drittländern im Bereich der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung durchgeführt. Zunächst fand eine umfassende Auswertung von nationalen Statistiken, EU-Statistiken und Agrarstatistiken von Drittländern statt, die anschließend analysiert und aufbereitet wurden.
Letztendlich wurden die Ergebnisse im Rahmen der Weißen Reihe der ISPA unter dem Titel „Betriebsgrößenstrukturen in der Erzeugung tier-
ischer Nahrungsmittel – Eine vergleichende Analyse zwischen Nieder-
sachsen und seinen bedeutendsten nationalen, europäischen sowie internationalen Wettbewerbern“ – publiziert.

Teilprojekt 3:
„Aufbau von Dokumentations- und Informationssystemen zur Optimierung von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Tier-
schutz in vertikal integrierten Ketten zur Lebensmittelproduktion“
(Prof. Dr. Thomas Blaha und Dr. Diana Meemken, Stiftung Tierärztliche Hoch-
schule Hannover, Außenstelle für Epidemiologie)

In Teilprojekt 3 wurden die Erhebungen zum HerdenGesundheitsScore (HGS) in 20 Betrieben (15 400 Schlachtschweine in 253 Lieferpartien aus 49 Mastdurchgängen) und die durchgeführte Dokumentation von Bean-
standungen bei Schlachtsauen aus Niedersachsen ausgewertet. Darüber hinaus wurde mit der Erhebung zum TierBehandlungsIndex (TBI) in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg sowie in Schleswig-Hol-
stein (=Vergleichsuntersuchung zu Niedersachsen) begonnen. Anschließend wurde ein konkreter Projektplan zur Erprobung der Risiko-
orientierten Schlachttier- und Fleischuntersuchung an 3 Schlachtbe-
trieben in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lebens-
mittelqualität und -sicherheit der TiHo Hannover, dem LAVES in Olden-
burg und dem BVL in Berlin erstellt.
Zudem wurden Nasenabstriche von in Bakum sezierten Schweinen auf „Methicillin resistente Staphylococcus aureus“ (MRSA) in Zusammen-
arbeit mit dem RKI sowie von Tierbesitzern und deren Familienange-
hörigen auf MRSA untersucht.
Als Methode kam dabei ein Scoring-Systems für den TBI und den HGS zur Anwendung. Erste Validierungen des HGS anhand von Schlachtbefunden wurden durchgeführt und darüber hinaus wurden Tiergesundheitskatego-
rien (Benchmarking) entwickelt.

Teilprojekt 4:
„Untersuchungen zur Hygiene, Sicherheit und Qualität von tierischen Nahrungsmittel – Reduzierung der Salmonellenbelastung im Schweinefleisch“
(Prof. Dr. Günter Klein und Tierärztin Verena Gotter, Insti-tut für Lebensmittelqualität und –sicherheit, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)
Ziel der Forschung in Teilprojekt 4 während des ersten Projektjahres war die Durchführung einer epidemiologischen Studie zur Ermittlung von Risikofaktoren für Salmonellenbelastungen in Schweinemastbetrieben. Dazu wurde mit einer Erhebung bei ca. 370 Betrieben im Weser-Ems Gebiet mittels Fragebögen und Begehung vor Ort begonnen.
Zunächst fand eine Validierung des Fragebogens durch eine Pilotstudie (n = 3) statt. Anschließend wurde mit der Befragung der Betriebe begon-
nen (n = 23). Bei denjenigen Betriebe, welche bereits den Fragebogen ausgefüllt haben (n = 3), wurden bereits Probeentnahmen genommen. Alle bisher besuchten Betriebe sind in Kategorie 3 klassifiziert und liegen in der Region Emsland. Außerdem wurde eine Datenbank zur statistisch-
en Auswertung der Fragebögen (in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der Stiftung Tier-
ärztliche Hochschule Hannover) aufgebaut.

Teilprojekt 5:
„Nachhaltige Produktion tierischer Nahrungsmittel durch produktionsintegrierte, organisatorische und technische Maßnahmen zur Erhöhung der Stoff – und Energieeffizienz auf betrieblicher Ebene“
(Prof. Dr. Herman Van den Weghe und Dr. Peter Styperek, Forschungs- und Studienzentrum für Veredelungswirtschaft Weser-Ems, Georg-
August-Universität Göttingen)

In Teilprojekt 5 soll eine Erfassung der Nährstoffvergleiche möglichst ab Beginn der Aufzeichnungspflicht (seit dem Wirtschaftsjahr 1996/97) bis heute sowie eine Erfassung vorhandener Bodenuntersuchungen und Gülleanalysen möglichst über den zuvor genannten Zeitraum erfolgen.
Die Betriebsdatenerfassung beläuft sich z. Zt. (30.09.2007) auf 24 Be-
triebe, wobei von 2 Betrieben noch keine Daten vorliegen und voraus-
sichtlich in der 1. Oktoberwoche 2007 bereitgestellt werden. Die bisher vorliegenden Daten bedürfen je nach Betrieb noch der Ergänzung bzw. Vervollständigung.
Darüber hinaus wurden Literatur sowie vorhandene Unterlagen gesichtet. Zudem wurden Vereinbarungen mit den Betriebsleitern abgeschlossen und z.T. wurde beim Ausfüllen der Fragebögen Hilfestellung geleistet.
Mit der Auswertung vorliegender Nährstoffvergleiche, Boden- und Gülle-
untersuchungen wurde bereits begonnen.

Teilprojekt 6:
„Nachhaltige Verwertung von Rest- und Abfallstoffen aus der Produktion tierischer Nahrungsmittel durch Initiierung eines reg-
ionalen Stoffstrommanagements“
(Prof. Dr. Gabriele Broll, Dr. Hans-Jörg Brauckmann und M. Sc. Sylvia Warnecke, ISPA, Hochschule Vechta)
In Teilprojekt 6 wurde eine weitergehende Analyse der für Niedersachsen relevanten Produktionssysteme in der Erzeugung tierischer Nahrungs-
mittel durchgeführt und eine Auswahl repräsentativer Betriebe für weitere Detailuntersuchungen getroffen. Zudem fand eine weitergehende Analy-
se der räumlichen Verteilung der einzelnen Produktionssysteme in Niedersachsen statt. Darüber hinaus hat eine quantitative und qualitative Analyse der in der tierischen Produktion anfallenden Nebenprodukte nach Nutztierarten, insbesondere in Hinblick auf Steuerungspotentiale durch Gärresttrennung und –aufbereitung stattgefunden und ein relationales Datenbankmodell wurde in ArcGIS aufgebaut.
Aus Gründen der Aktualität wurde ein zusätzlicher Schwerpunkt gesetzt: Die starke Zunahme des Anbaus nachwachsender Rohstoffe führt insbe-
sondere in der Verwertung in Biogasanlagen zu deutlich veränderten Stoffströmen. Zur Einschätzung der Steuerungspotentiale der Gärrest-
trennung und –aufbereitung in Bezug auf die Chancen und Risiken der Ausbringung dieser Gärreste wurden detaillierte Untersuchungen zu Stoffströmen in einer Biogas-anlage durchgeführt. Zahlreiche Proben wurden genommen, aufbereitet, analysiert und mittels Bilanzierungs-
methoden validiert.

Teilprojekt 7:
„Einfluss endogener Faktoren auf Farbvariabilität und –stabilität von Frischfleisch“
(Prof. Dr. Michael Wicke, Dr. Carsten Werner und Dipl. Biol. Sabine Janisch, Forschungs- und Studienzentrum für Veredelungswirtschaft, Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-
August-Universität Göttingen)

Im Rahmen der Projektlaufzeit wurden bisher verschiedene Labor-
methoden (z.B. antioxidative Enzyme, Myoglobin-Varianten) angewandt. Zudem wurden Schlachtungen durchgeführt und Muskelproben zur weiteren biochemischen Analyse gewonnen und pH und LF-Wert sowie der Farbwerte an Muskelproben bestimmt.

Teilprojekt 8:
„Anspruchsgruppenmanagement für landwirtschaftliche Betriebe in Intensivregionen der Veredelungswirtschaft“
(Prof. Dr. Achim Spiller und M. Sc. Friederike Albersmeier, Department für Agrar-
ökonomie und Rurale Entwicklung, Universität Göttingen)

In Teilprojekt 8 wurde ein Messmodell für die Reputation der Veredel-
ungswirtschaft und der integrierten vier Stufen (landwirtschaftliche Tier-
haltung, Schlachtung, Verarbeitung und Lebensmitteleinzelhandel) er-
arbeitet. Dazu wurde eine Bevölkerungsbefragung (n = 700) in Nieder-
sachsen und den angrenzenden Bundesländern durchgeführt und ausgewertet.

Teilprojekt 9:
„Kommunikationsstrategien von Unternehmen der Ernährungswirtschaft im Bereich tierischer Produktion und Verarbeitung“
(Prof. Dr. Reinhard Pfriem und Hedda Schattke, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik, Universität Olden-
burg)

Für ausgewählte Objekte (Strategien, Funktionen, Prozesse, Verfahren, Produkte und Dienstleistungen) wurden in Teilprojekt 9 die benötigten Daten erhoben, aufbereitet und mit den „Best-Practices“ der Branche (und anderen Branchen) verglichen. Die dabei verwendeten Methoden waren Expertengespräche (mündliche Befragung) und Sekundäranalysen.
Zunächst wurden Kontakte zu niedersächsischen Fleischunternehmen hergestellt. Mit Hilfe eines Leitfadens wurden qualitative Interviews mit diesen durchgeführt, um erste Erkenntnisse über ihre Kommunikations- und Marketingaktivitäten zu erfassen und für die ausgewählten Bench-
markingobjekte die nötigen Daten zu erheben. Aufbauend auf diesen Er-
gebnissen konnte eine Ist-Analyse Niedersachsens vorgenommen werden, die im Folgenden mit den Best-Practices der Branche, auch außerhalb Niedersachsens, verglichen werden sollen.

Clusterbildung stärkt Vernetzung der Teilprojekte
Um die Vernetzung der Teilprojekte untereinander zu stärken, wurden drei Cluster, bestehend aus Teilprojekten mit ähnlicher Thematik, gebildet, deren Mitarbeiter besonders eng zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind die einzelnen Cluster auch untereinander vernetzt und greifen the-
matisch ineinander über.
Die erste Gruppe arbeitet unter dem Titel „Stoffströme beherrschen“ und wird von Prof. Dr. Herman Van den Weghe, Leiter des Forschungs- und Studienzentrum für Veredelungswirtschaft Weser-Ems der Georg-August-
Universität Göttingen, koordiniert. Hier sind das Teilprojekt 5 „Nachhalti-
ge Produktion tierischer Nahrungsmittel durch produktionsintegrierte, organisatorische und technische Maßnahmen zur Erhöhung der Stoff – und Energieeffizienz auf betrieblicher Ebene“ sowie Teilprojekt 6 „Nach-
haltige Verwertung von Rest- und Abfallstoffen aus der Produktion tier-
ischer Nahrungsmittel durch Initiierung eines regionalen Stoffstrom-
managements zusammengefasst. Das Cluster untersucht die Effizienz der in der Tierhaltung eingesetzten Stoffe und Energien sowie die Ver-
wertung dabei entstehenden Rest- und Abfallstoffe, um eine nachhaltige Erzeugung tierischer Nahrungsmittel zu gewährleisten.
Unter dem Begriff „Wertschöpfungsketten managen“ sind Teilprojekt 1 „Zukunftsfähige Kettenorganisation in räumlichen Verbundsystemen: Qualitätssicherung und Transparenz im nordwestdeutschen Modell, Teilprojekt 2 „Wettbewerbsfähige Betriebsgrößen und Organisations-
formen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung tierischer Nahrungsmittel“, Teilprojekt 3 „Aufbau von Dokumentations- und Infor-
mationssystemen zur Optimierung von Tiergesundheit, Lebensmittel-
sicherheit und Tierschutz in vertikal integrierten Ketten zur Lebens-
mittelproduktion“ sowie Teilprojekt 4 „Untersuchungen zur Hygiene, Sicherheit und Qualität von tierischen Nahrungsmittel – Reduzierung der Salmonellenbelastung im Schweinefleisch“ einem Cluster zugehörig. Organisator dieser Einheit ist Prof. Dr. Thomas Blaha, Leiter der Außen-
stelle für Epidemiologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Die Forschungsarbeit der Gruppe konzentriert sich auf die Untersuchung von Produktionsketten in der Erzeugung tierischer Nahrungsmittel, wobei die einzelnen Teilprojekte spezielle Fragestellungen aufgreifen und die Lösung von Problemen, die entlang von Wertschöpfungsketten entstehen können, behandeln, bevor diese wirksam werden.
Die dritte Arbeitsgruppe „Qualität kommunizieren“ befasst sich mit dem in der Öffentlichkeit bestehenden Bild der tierischen Produktion und zeigt Lösungsansätze auf, wie dadurch auftretende Konflikte vermieden und die Reputation der Landwirtschaft verbessert werden kann. Sie besteht aus Teilprojekt 7 „Einfluss endogener Faktoren auf Farbvariabilität und –stabilität von Frischfleisch“, Teilprojekt 8 „Anspruchsgruppenmanage-
ment für landwirtschaftliche Betriebe in Intensivregionen der Veredel-
ungswirtschaft“ und Teilprojekt 9 „Kommunikationsstrategien von Unter-
nehmen der Ernährungswirtschaft im Bereich tierischer Produktion und Verarbeitung“. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Achim Spiller, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen.